GORE® Dichtungsband Serie 1000 Installationsanleitung

Germany

Das GORE Dichtungsband Serie 1000 ist speziell auf die Herausforderungen in großen Stahl-Email-Apparaten ausgelegt und dichtet diese zuverlässig ab.


Eine detaillierte Montageanleitung finden Sie in den untenstehenden Schritten 1 bis 4.

1. Auswahl der Größe

Breite des Dichtungsbands

Breite des Dichtungsbands

Die Dichtungsbreite ist so zu wählen, dass das Dichtungsband am inneren und äußeren Rand bündig abschließt. Die emaillierte Oberfläche muss vollständig bedeckt sein. Überschüssiges Material kann über den äußeren Rand hinausragen.

Dicke des Dichtungsbands

Die meisten Anwendungen erfordern eine 6 mm dicke Basislage, welche Flanschunebenheiten von bis zu 1,5 mm ohne Unterfütterung ausgleichen kann. Bei Unebenheiten von bis zu 2,3 mm kann 9 mm dickes Band ohne Unterfütterung verwendet werden.

Unterfütterung

Zur wirkungsvollen Abdichtung von Flanschunebenheiten, die die Basislage nicht ausgleichen kann, ist Unterfütterungsmaterial erhältlich. Hierbei wird eine Lage 3 mm GORE® Serie 1000 Unterfütterungsband pro 1,5 mm Unebenheit verwendet. Dabei ist sicherzustellen, dass die Unterfütterungsschicht dieselbe Breite wie die Basislage hat.


2. Wahl des Anzugsdrehmoments

Um eine zuverlässige Abdichtung zu gewährleisten, muss beim Einbau die richtige Flächenpressung vorgesehen werden.

Die typischen Mindestflächenpressungswerte für GORE® Dichtungsband Serie 1000 sind:

  • 6 mm: 14 MPa
  • 9 mm: 18 MPa

Berechnen Sie den Drehmoment für Ihre spezielle Anwendung.

Hierfür können Sie Industrienormen zu Rate ziehen, so beispielsweise die ASME PCC-1 Guidelines for Pressure Boundary Bolted Flange Joint Assembly, oder die EN 1591-1 Flansche und ihre Verbindungen – Regeln für die Auslegung von Flanschverbindungen mit runden Flanschen und Dichtung – Teil 1: Berechnung..

Diese sind jedoch nicht auf die Besonderheiten von Stahl-Email-Anwendungen ausgelegt. Daher empfiehlt es sich, die Drehmomentwerte beim Apparatehersteller zu erfragen.


3. Installation des Dichtungsbands

A. Flansch vorbereiten

  • Flanschverbindung mindestens 15 cm weit öffnen. Aus Arbeitsschutzgründen sollte darauf geachtet werden, dass die Flansche gut gesichert sind.
  • Die Oberfläche vollständig reinigen, um eine optimale Haftung zu gewährleisten
  • Sämtliche Öl-, Graphit- und andere Rückstände beseitigen.

B. Ausmessen der Flanschunebenheiten

  • Einen Abstandhalter zwischen die Flansche legen, damit sich die emaillierten Flächen nicht berühren (z.B. Faser- oder Sperrholzplatte)
  • Die Flansche schließen und ausrichten, ohne Belastung jenseits des Apparategewichts aufzubringen.
  • Mit einer Fühlerlehre die Verformungen bzw. Flanschunebenheiten messen.
  • Alle Verformungen und deren Ausmaße am Flansch markieren.
  • Unbedingt auch die Lage der Flansche markieren, um sie später genau ausrichten zu können.
Tabelle1

C. Schrägschnitt am Anfang

  • Ungefähr 0,5 m des Dichtungsbandes abwickeln. Das Ende mit einem scharfen Messer auf einer ebenen Oberfläche schräg anschneiden.
  • Das Dichtungsmaterial sollte in einem Winkel von < 10° geschnitten werden, so dass die Länge des Schrägschnitts, ls, den Abmessungen in Tabelle 1 entspricht.

ACHTUNG: Es ist äußert wichtig, dass der Schrägschnitt gleichmäßig ausläuft und am Ende kein Absatz entsteht. Wir empfehlen, beim Schneiden Schutzhandschuhe zu tragen.

D. Installation der Basislage

  • Den abgeschrägten Anfang des Dichtungsbandes an einer Stelle anlegen, an der nicht unterfüttert werden muß, also an einer Stelle an der beide Flansche aufliegen (siehe 2.3).
  • Nahe der vorgesehenen Startklammerschraube beginnen. Schutzpapier der Klebeleiste nach und nach abziehen, um das Anhaften von Schmutz während der Installation zu vermeiden.

ACHTUNG: Die Klebeleiste haftet am besten auf sauberem Untergrund. Bei Kälte das Dichtungsband vor der Montage leicht anwärmen.

Schrägschnitt am Anfang

E. Schließen der Dichtung

  • Die Montage der Dichtung abschließen, indem das Band über den abgeschrägten Anfang gelegt wird und dabei ≈15 mm überlappt. Zur Vorbereitung des zweiten und letzten Schrägschnitts den Start und Endpunkt ermitteln und markieren.
  • Das überstehende Dichtungsmaterial so schneiden, dass die maximale Höhe, h, den Abmessungen in Tabelle 1 entspricht. Dadurch wird die Dichtung an der höchsten Stelle des Schrägschnitts etwa 1/3 so stark wie das ursprüngliche Dichtungsband sein.
    Schließen des Dichtungsbands

    F. Unterfüttern der Flanschverformungen

    Anhand der in Schritt B durchgeführten Messungen wird nun zur Unterfütterung 3 mm dickes GORE® Serie 1000 Unterfütterungsband wie folgt verwendet.

    1. Die Länge der auszugleichenden Unebenheit messen.
    2. Das Dichtungsband ca. 4 cm länger als der gemessene Wert abschneiden.
    3. Beide Enden des Dichtungsbands mit der in Schritt C beschriebenen Technik schräg anschneiden.
    4. Die Ausgleichsschicht auf die untere Dichtungslage aufbringen.
    5. Die Schritte a) bis d) wiederholen, bis die Anzahl der erforderlichen Ausgleichsschichten erreicht ist.
    Hinweise zur Unterfütterung

    4. Montage der Flanschverbindung

    GORE® Dichtungsprodukte erfordern keine speziellen Montageverfahren. Wir empfehlen jedoch, bei der Montage einer verschraubten Flanschverbindung grundsätzlich auf die Best Practices der Industrie zurückzugreifen. Derartige Empfehlungen wurden von der ASME, der European Sealing Association (ESA), der Fluid Sealing Association (FSA) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) entwickelt.

    ESA / FSA Einbauverfahren für Dichtungen: Sicherstellung intakter Verbindungen und maximaler Sicherheit

    ASME PCC-1 Richtlinie für die Montage verschraubter, genormter Stahlflanschverbindungen

    VDI 2200 – Dichte Flanschverbindungen: Auswahl, Auslegung, Gestaltung und Montage von verschraubten Flanschverbindungen

    Bei Stahl-Email-Apparaten wird besondere Sorgfalt bei der Montage empfohlen. Die oben genannten Richtlinien sind jedoch nicht auf die Besonderheiten von Stahl-Email ausgelegt.

    DIESES PRODUKT EIGNET SICH NUR FÜR DEN EINSATZ IN INDUSTRIELLEN ANWENDUNGEN

    und ist nicht für die Herstellung, Verarbeitung oder Verpackung von Lebensmitteln, Medikamenten, Kosmetik- oder Medizinprodukten bestimmt.